Festes Dosierungsschema
Um chronische Schmerzen dauerhaft zu lindern, ist es wichtig, nach einem festen
Zeitplan vorzugehen. Das bedeutet, die nächste Medikation erfolgt nicht
erst bei Bedarf, wenn der Schmerz wieder spürbar wird, sondern immer, bevor
die Wirkung der Schmerzmittel nachlässt. Je nach Wirkdauer des Medikaments
bedeutet das eine Einnahme alle 8-24 Stunden bis hin zu 72 Stunden bei der Therapie
mit opioidhaltigen Schmerzpflastern.
Gute Verträglichkeit
Die bei Tumorpatienten eingesetzten Opioide sind selbst bei lange anhaltender
Behandlung sehr gut verträglich. Sie schädigen weder innere Organe
noch entsteht bei vorschriftsmäßiger Anwendung eine psychische Abhängigkeit,
wie fälschlicherweise oft befürchtet wird.
Bei Behandlungsbeginn kommt es manchmal zu Übelkeit
und Erbrechen. Dagegen kann der Arzt so genannte Antiemetika verordnen.
Nach ein bis zwei Wochen hören diese Beschwerden meist von
allein auf. Manche Patienten sind anfangs auch müde und schlafen
viel. Teils entspricht das dem Schlafdefizit, nachdem sie vorher
wegen der Schmerzen nur schlecht geschlafen haben.
Eine häufige Nebenwirkung von Oipioden
ist die Verstopfung. Allerdings reagiert jeder Patient auf verschiedene
Opioide unterschiedlich und auch die Art der Verabreichung spielt
eine Rolle. Bei Pflastern, die den Magen-Darm-Trakt umgehen und
den Wirkstoff über die Haut abgeben sind Verstopfungen seltener.
Um der Verstopfung gleich von Anfang an zu begegnen, verordnet
der Arzt zusätzlich leichte Abführmittel. Eine ballaststoffreiche
Ernährung (Link) und viel Flüssigkeit können die
Verdauung zusätzlich unterstützen.
Treten Nebenwirkungen auf, ist es wichtig,
diese in einem Schmerztagebuch zu notieren und mit dem Arzt darüber
zu sprechen. Dann kann er die Schmerzbehandlung und auch die Begleittherapie
optimieren.
Begleitmedikamente
Neben den Schmerzmedikamenten werden häufig so genannte Ko-Analgetika
oder Adjuvantien eingesetzt, die zwar selber keine Schmerzmittel sind, aber
in bestimmten Situationen schmerzhemmend wirken und so die Therapie unterstützen.
Sehr oft sind das z.B. Corticosteroide,
die man sonst aus der Rheumatherapie kennt. Cortison hat eine
abschwellende Wirkung und wirkt daher gut bei Schmerzen durch
Schwellungen oder Ödeme. Auch Gelenkschmerzen sprechen gut
darauf an. Bei Knochenmetastasen verordnen Ärzte häufig
Bisphosphonate, manchmal schon prophylaktisch, also bevor der
Patient unter Schmerzen leidet. Bei plötzlich auftretenden
Nervenschmerzen können Medikamente helfen, die eigentlich
bei Epileptikern eingesetzt werden (so genannte Antiepileptika
oder Antikonvulsiva). Auch Antidepressiva können Nervenschmerzen
lindern. Daneben verbessern sie die Stimmung und verringern dadurch
auch die Schmerzempfindlichkeit. Bei krampfartigen Schmerzen
insbesondere im Magen-Darm-Bereich helfen Spasmolytika. Muskelrelaxantien
werden bei Patienten mit schmerzhaften Muskelverspannungen in
Folge von Bettlägerigkeit oder psychischem Stress verschrieben.
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